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Auskunfteien neben der SCHUFA bei Handy-Finanzierung
Von der RatenScout Redaktion · Zuletzt geprüft am · 5 Min. Lesezeit
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Kurz gesagt
Neben der SCHUFA prüfen Finanzierungsanbieter teils auch CRIF Bürgel, Creditreform Boniversum oder Infoscore Consumer Data (CEG). Jede Auskunftei führt einen eigenen Datenbestand mit eigenem Score, deshalb kann eine Ablehnung an einer Stelle liegen, die die SCHUFA-Selbstauskunft gar nicht zeigt. Bei allen hast du nach

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Wer eine Handy-Finanzierung beantragt, denkt meist nur an die SCHUFA. Manche Anbieter fragen zusätzlich oder sogar ausschließlich andere Wirtschaftsauskunfteien ab. Das ist rechtlich zulässig, wird im Vertrag aber selten konkret benannt. Dort steht oft nur der allgemeine Satz, dass eine Bonitätsprüfung durchgeführt wird.
Deine Bonität ist keine Zahl, sondern mehrere konkurrierende Meinungen über dich
SCHUFA, CRIF Bürgel, Boniversum und Infoscore gleichen ihre Datenbestände nicht miteinander ab. Jede dieser Firmen kauft Zahlungserfahrungen bei ihren eigenen Vertragspartnern ein, rechnet mit ihrer eigenen Formel und kommt zu einem eigenen Urteil. Es gibt keine amtliche Bonität, die alle teilen.
Praktisch heißt das: Eine makellose SCHUFA-Auskunft kann eine Ablehnung nicht verhindern, wenn der Anbieter eine andere Auskunftei nutzt und dort ein alter Inkassofall aus einem Onlineshop liegt. Wer nach einer Absage nur die SCHUFA prüft, sucht mit hoher Wahrscheinlichkeit an der falschen Stelle.
Eine SCHUFA-Selbstauskunft ohne Beanstandungen belegt nur eines: dass bei der SCHUFA nichts vorliegt. Für ein vollständiges Bild brauchst du im Zweifel mehrere Datenkopien.
Wer sind die wichtigsten Auskunfteien neben der SCHUFA?
Drei Namen tauchen bei Ratenkäufen und Gerätefinanzierungen am häufigsten auf.
CRIF Bürgel sammelt Daten aus dem Versandhandel, von Telekommunikationsanbietern und aus öffentlichen Registern wie den Insolvenzbekanntmachungen. Der Bestand überschneidet sich teilweise mit der SCHUFA, wird aber eigenständig gepflegt.
Creditreform Boniversum kommt aus dem Umfeld der Creditreform-Gruppe und wertet Zahlungserfahrungen aus Handel und Dienstleistung aus. Onlinehändler und Ratenkauf-Anbieter greifen häufig darauf zu.
Infoscore Consumer Data, inzwischen Teil der CEG-Gruppe, ist stark im Forderungsmanagement des E-Commerce verwurzelt. Zahlungsdienstleister, die im Checkout über Rechnungskauf oder Ratenzahlung entscheiden, fragen dort ab.
Daneben arbeiten kleinere, branchenspezifische Auskunfteien, etwa im Versandhandel oder in der Telekommunikation. Ihre Existenz erklärt, warum eine Absage manchmal überraschend kommt, obwohl die eigene wirtschaftliche Lage stabil ist.
Welche Daten liegen dort typischerweise?
Der Umfang ähnelt dem SCHUFA-Prinzip, die Quellen unterscheiden sich: Vertragsdaten aus Finanzierungen, Mobilfunkverträgen und Ratenkäufen, Zahlungsstörungen wie titulierte Forderungen oder Inkassoabgaben, öffentliche Daten aus Schuldnerverzeichnissen und Insolvenzbekanntmachungen, dazu Anschriftendaten und Identitätsmerkmale.
Kontostände, Gehalt oder Kaufhistorien gehören nicht dazu. Wenn ein Anbieter dein Einkommen wissen will, fragt er dich, nicht die Auskunftei. Wie sich häufige Umzüge auf die Anschriftendaten auswirken, steht im Ratgeber zu Bonität, Adresse und Umzug.
Frag beim Finanzierungsanbieter vor dem Antrag nach, welche Auskunftei er nutzt. Der Support nennt das auf Nachfrage meist, und in der Datenschutzerklärung stehen die Empfänger deiner Daten in der Regel namentlich. Diese eine Frage erspart dir später drei Datenkopien auf Verdacht.
Wie forderst du eine kostenlose Datenkopie an?
Artikel 15 DSGVO gibt dir gegenüber jeder Auskunftei das Recht auf eine kostenlose Kopie der über dich gespeicherten Daten. Der Ablauf ist überall ähnlich: Auf der Website der jeweiligen Auskunftei gibt es ein Formular oder ein Kontaktformular für die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO. Du trägst Name, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift und in der Regel alle Anschriften der letzten Jahre ein, weil Einträge sonst nicht sicher zugeordnet werden.
Zur Identifizierung verlangen die meisten Auskunfteien eine Ausweiskopie. Nicht relevante Felder wie Ausweisnummer, Größe oder Augenfarbe darfst du dabei schwärzen, Name, Geburtsdatum und Anschrift müssen lesbar bleiben. Manche Anbieter setzen stattdessen auf ein Online-Ident-Verfahren. Die Antwort kommt meist postalisch, teils auch als Download im Kundenkonto, üblicherweise innerhalb weniger Wochen.
Ein wichtiges Detail steckt in der Datenkopie selbst: Sie listet auch die Anfragen der letzten Monate mit Datum und anfragendem Unternehmen. Damit siehst du schwarz auf weiß, ob dein Finanzierungsantrag dort überhaupt geprüft wurde. Taucht er nicht auf, hat der Anbieter eine andere Auskunftei befragt, und du weißt, wo du als Nächstes anklopfst.
Der Antrag lohnt sich nicht erst nach einer Absage. Wer eine Finanzierung plant, prüft die eigenen Daten vorher und hat Zeit, Probleme zu klären, bevor ein Anbieter sie sieht. Mehr dazu im Ratgeber zur Selbstauskunft vor der Gerätefinanzierung.
Wie lässt du einen Falscheintrag korrigieren?
Findest du einen Eintrag, der nicht stimmt, etwa eine längst beglichene Forderung oder eine Verwechslung mit einer namensgleichen Person, verlangst du die Korrektur direkt bei der Auskunftei.
Du reichst schriftlich einen Widerspruch mit kurzer Begründung ein und legst einen Nachweis bei, etwa den Kontoauszug mit der Zahlung oder eine Erledigungsbestätigung des Inkassobüros. Die Auskunftei muss innerhalb eines Monats prüfen und antworten. Meist holt sie eine Stellungnahme beim Vertragspartner ein, der den Eintrag gemeldet hat. Erweist sich der Eintrag als falsch, muss er gelöscht oder berichtigt werden.
Solange der Fall geprüft wird, kannst du verlangen, dass der strittige Eintrag als bestritten gekennzeichnet wird. Abfragende Unternehmen sehen dann, dass hier etwas offen ist. Kommt keine Reaktion, ist die Beschwerde bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde des Bundeslandes der Auskunftei kostenlos und formlos möglich.
Eine Löschung wirkt sich nicht immer sofort auf den Score aus. Score-Neuberechnungen laufen zeitversetzt. Plane bei einer anstehenden Finanzierung ein paar Tage Puffer nach der Korrektur ein.
Wurde eine Finanzierung trotz sauberer Auskunft abgelehnt, hilft der Ratgeber Gerätefinanzierung nach Ablehnung. Wie die SCHUFA selbst rechnet und welche Score-Arten es gibt, steht im Artikel zu den SCHUFA-Score-Arten bei Gerätefinanzierung. Wer die eigene Bonität vorab in Ordnung bringen will, findet Schritte im Ratgeber Bonität verbessern vor Gerätefinanzierung, und wie eine Prüfung technisch abläuft, erklärt der Ablauf der Bonitätsprüfung.
Wenn die Datenlage geklärt ist
Ist bei den relevanten Auskunfteien alles korrekt, geht es an die eigentliche Entscheidung: Welches Gerät passt zur monatlichen Belastung, die du dauerhaft tragen willst. Die Rate ergibt sich schlicht aus Gerätepreis geteilt durch Laufzeit, ohne Zinsen und ohne Aufschlag.
Diese Modelle werden bei Finanzierungen am häufigsten angefragt:
Welche Laufzeit zu deinem Monatsbudget passt, klärt der Ratgeber zur Wahl der Laufzeit. Danach findest du in der Geräteauswahl mit Finanzierungsoptionen die aktuell verfügbaren Modelle auf einen Blick.
Häufige Fragen
Was ist eine Auskunftei überhaupt?
Eine Auskunftei ist ein privates Unternehmen, das Zahlungserfahrungen und öffentliche Schuldnerdaten zu Privatpersonen sammelt, daraus einen Score bildet und diesen gegen Entgelt an Händler, Banken und Finanzierungspartner verkauft. Sie ist keine Behörde und hat keinen gesetzlichen Auftrag.
Welche Auskunfteien gibt es neben der SCHUFA?
Die bekanntesten sind CRIF Bürgel, Creditreform Boniversum und Infoscore Consumer Data (Teil der CEG-Gruppe). Daneben existieren kleinere, branchenspezifische Auskunfteien. Welche ein Finanzierungsanbieter abfragt, steht selten offen im Vertrag, meist nur der pauschale Hinweis auf eine Bonitätsprüfung.
Woran erkenne ich, welche Auskunftei mich geprüft hat?
Zwei Wege führen dahin: In der Datenschutzerklärung des Anbieters oder des Zahlungsdienstleisters stehen die Empfänger der Daten meist namentlich. Und in jeder Datenkopie einer Auskunftei sind die Anfragen der letzten Monate mit Datum und anfragendem Unternehmen aufgelistet. Findest du dort keine Anfrage rund um dein Antragsdatum, hat der Anbieter eine andere Auskunftei genutzt.
Ist die Datenkopie bei allen Auskunfteien kostenlos?
Ja, Artikel 15 DSGVO gibt dir das Recht auf eine kostenlose Kopie deiner gespeicherten Daten pro Auskunftei. Das gilt für die SCHUFA genauso wie für CRIF Bürgel, Boniversum oder Infoscore. Nur für kostenpflichtige Zusatzprodukte wie Zertifikate oder Monitoring darf ein Entgelt verlangt werden.
Wie lange bleiben Einträge gespeichert?
Bezahlte Forderungen aus Zahlungsstörungen werden nach den Verhaltensregeln der Branche in der Regel drei Jahre nach Ausgleich zum Jahresende gelöscht, sehr kleine, schnell beglichene Forderungen teils früher. Reine Vertragsdaten verschwinden meist einige Zeit nach Vertragsende. Genaue Fristen nennt jede Auskunftei in ihren Löschregeln, die sie dir auf Nachfrage aushändigt.
Wie lange dauert die Korrektur eines Falscheintrags?
Auskunfteien müssen begründete Reklamationen innerhalb eines Monats prüfen und beantworten. In der Praxis dauert eine unstrittige Löschung oft wenige Tage, strittige Fälle mit Rückfrage beim Vertragspartner können die volle Frist ausschöpfen.
Hilft eine gelöschte Fehlbuchung sofort bei der nächsten Finanzierungsanfrage?
Nicht zwingend sofort. Score-Neuberechnungen laufen oft zeitversetzt zur Löschung. Plane bei einer geplanten Finanzierung ein paar Tage Puffer nach der Korrektur ein, bevor du erneut einen Antrag stellst.
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Hinter RatenScout

Michael Gorbunow
Gründer und Herausgeber · Nordhessen
Michael Gorbunow ist Gründer und Herausgeber von RatenScout. Als Entwickler und Webdesigner aus Nordhessen hat er die Seite gestartet, um die 0 % Handyfinanzierung ohne Vertrag transparent und vergleichbar zu machen. Er verantwortet die redaktionellen Standards: Jeder Ratgeber wird auf sachliche Richtigkeit und gegen die geltenden Werberegeln geprüft.
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