Ratgeber
Selbstauskunft vor Gerätefinanzierung prüfen
Von der RatenScout Redaktion · Zuletzt geprüft am · 5 Min. Lesezeit
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Kurz gesagt
Vor einem Ratenantrag lohnt es sich, die eigene Datenauskunft zu prüfen. Fehlerhafte Einträge kommen vor und können einen Antrag bremsen, obwohl die Bonität real solide ist. Wer den Fehler vorher kennt, kann ihn korrigieren lassen.

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Warum die Selbstauskunft oft der entscheidende Schritt ist
Viele Menschen beantragen eine Gerätefinanzierung, werden abgelehnt und rätseln dann, woran es lag. Der Reflex ist: "Meine Bonität ist doch gut." Meistens stimmt das auch. Aber in der Schufa-Akte steht manchmal etwas, das längst erledigt sein sollte: ein bezahltes Inkasso, das noch als offen geführt wird; ein alter Mobilfunkvertrag, der doppelt eingetragen ist; eine Adresse, die nicht mehr stimmt.
Das Tückische: Du siehst das nicht, der Kreditgeber schon.
Wer sich die eigene Datenauskunft vor dem Antrag holt, hat die Kontrolle zurück. Nicht weil er den Score manipulieren kann, sondern weil er fehlerhafte Einträge kennt, bevor sie zum Problem werden.
Die Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO ist nicht dasselbe wie die kostenpflichtige BonitätsAuskunft, die die Schufa für Verbraucher im Shop anbietet. Die DSGVO-Auskunft ist einmal pro Jahr kostenlos und enthält alle gespeicherten Rohdaten, inklusive der Scoring-Grundlagen.
Der verbreitete Irrtum: Die Schufa kennt schon alles Richtige
Viele glauben, dass in der Schufa-Akte nur korrekte Fakten stehen, weil Unternehmen dort melden. Real ist es anders: Meldungen laufen automatisiert, Fehler passieren. Eine doppelte Meldung desselben Vertrags, eine vergessene Löschfrist, ein Name mit Tippfehler reichen aus, um den Score künstlich zu drücken. Laut einer Untersuchung des Bundesverbands der Verbraucherzentralen enthielt ein relevanter Anteil geprüfter Schufa-Auskünfte fehlerhafte oder veraltete Einträge.
Das bedeutet: Die Auskunft nicht zu prüfen ist kein neutraler Schritt, sondern ein Risiko. Wer einen Ratenantrag für ein neues Smartphone stellt, ohne vorher geschaut zu haben, verlässt sich auf Daten, die er nicht kennt.
Mehr zum konkreten Ablauf der Bonitätsprüfung beim Kreditgeber selbst erklärt der Ratgeber zum Ablauf der Bonitätsprüfung bei der Gerätefinanzierung.
So holst du die Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO
Der Weg ist einfacher als der juristische Begriff vermuten lässt:
Schritt 1: Auskunftei identifizieren. Die bekannteste ist die Schufa, aber auch CRIF Bürgel, Creditreform Boniversum und Infoscore speichern Verbraucherdaten. Für eine vollständige Vorbereitung lohnt sich die Anfrage bei mehreren.
Schritt 2: Auskunft beantragen. Die Schufa bietet die kostenlose Datenkopie unter dem Begriff "Datenkopie nach Art. 15 DSGVO" auf ihrer Website an. Dort findest du ein Formular, das du mit Ausweiskopie per Post oder teils digital einreichen kannst. Andere Auskunfteien haben ähnliche Prozesse; manche akzeptieren die Anfrage per E-Mail, andere nur schriftlich.
Schritt 3: Warten und prüfen. Die Auskunftei hat nach DSGVO einen Monat Zeit. Praktisch kommt die Antwort oft früher. Plane trotzdem vier bis sechs Wochen Vorlauf vor deinem geplanten Ratenantrag ein.
Bewahre die Anfrage-Bestätigung auf. Falls die Auskunftei die Monatsfrist überschreitet, hast du damit einen Nachweis für eine mögliche Beschwerde bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde.
Was in der Auskunft steht und wie du sie liest
Die Datenkopie kann auf den ersten Blick unübersichtlich wirken. Das sind die wichtigsten Bereiche:
Personendaten: Name, alle gespeicherten Adressen, Geburtsdatum. Prüfe, ob hier veraltete Adressen oder Namensvarianten stehen. Eine falsche Adresse kann zu Verwechslungen mit anderen Personen führen.
Kreditengagements: Alle gemeldeten Kredite, Ratenkäufe, Kreditkarten und Mobilfunkverträge. Achte darauf, ob erledigte Verträge auch als erledigt markiert sind und ob jeder Eintrag einem tatsächlichen Vorgang von dir entspricht.
Inkasso-Einträge: Offene Inkasso-Forderungen sind für den Score besonders relevant. Prüfe, ob eine gezahlte Forderung noch als offen steht.
Anfragen: Hier siehst du, wer in den letzten zwölf Monaten deine Daten abgefragt hat. Anfragen durch Unternehmen bei einer Kreditentscheidung können den Score kurzfristig beeinflussen; die eigene Anfrage tut das nicht.
Score-Werte: Die Auskunft enthält den aktuellen Score und eine Erläuterung der Scoring-Merkmale. Der absolute Zahlenwert allein sagt wenig; entscheidend ist, ob negative Merkmale vorhanden sind, die du nicht erwartest.
Was zu tun ist, wenn ein Eintrag falsch ist
Gefundene Fehler meldest du schriftlich direkt an die Auskunftei. Wichtig: Belege mitschicken. Bei einem bezahlten Inkasso reicht der Zahlungsbeleg. Bei einem Eintrag, den du nicht kennst, verlangst du Auskunft darüber, wer wann was gemeldet hat.
Die Auskunftei prüft dann beim meldenden Unternehmen nach. Während die Prüfung läuft, kann der Eintrag als "bestritten" gekennzeichnet werden, was potenzielle Kreditgeber über den Streit informiert. Nach abgeschlossener Prüfung muss ein nachweislich falscher Eintrag gelöscht oder korrigiert werden.
Korrektur braucht Zeit. Plane nicht, einen Fehler heute zu melden und morgen den Ratenantrag zu stellen. In der Praxis dauert eine Korrektur manchmal mehrere Wochen. Wenn du weißt, dass ein Fehler besteht, stellst du den Antrag besser erst nach der Bereinigung.
Was tun, wenn der Antrag trotz sauberer Auskunft abgelehnt wurde? Die nächsten Schritte erklärt der Ratgeber zur Gerätefinanzierung nach einer Ablehnung.
Die Bonität ist real gut: Trotzdem ablehnen?
Ja. Das passiert, und zwar aus einem Grund, den viele unterschätzen: Die Schufa-Auskunft ist nur eine Datenquelle. Kreditgeber prüfen zusätzlich das aktuelle Einkommen, die Beschäftigungssituation und interne Modelle. Wer also eine makellose Schufa hat, aber erst seit zwei Monaten einen neuen Job, kann trotzdem abgelehnt werden.
Die Selbstauskunft hilft trotzdem, weil sie einen Fehler als Ablehnungsgrund ausschließt. Damit weißt du, wo die Ursache tatsächlich liegt und wo du ansetzen kannst. Der Ratgeber zu den häufigen Gründen für eine abgelehnte Handy-Finanzierung geht genau auf diese weiteren Faktoren ein.
Was 0 % Finanzierung mit der Auskunft zu tun hat
Bei einer 0-%-Gerätefinanzierung ohne Vertrag läuft im Hintergrund eine echte Bonitätsprüfung, auch wenn kein Bankkredit im klassischen Sinn entsteht. Der Finanzierungspartner fragt bei einer Auskunftei an. Kein Zins und kein Aufschlag bedeuten nicht, dass die Prüfung entfällt: der Gesamtbetrag bleibt der Gerätepreis, aber das Ausfallrisiko muss der Anbieter trotzdem einschätzen.
Das Grundprinzip der 0-%-Finanzierung, wie sie bei Smartphones funktioniert, erklärt der Ratgeber zur 0-%-Finanzierung beim Handy. Eine Übersicht zum Thema Schufa und Bonität im Kontext der Handy-Finanzierung bietet außerdem der Ratgeber zu Schufa und Bonität bei der Handy-Finanzierung.
Wenn du nach der Prüfung deiner Auskunft sicher bist, dass alles stimmt, kannst du gezielt nach dem passenden Gerät suchen. Auf der Startseite findest du eine kuratierte Auswahl an Smartphones auf Raten ohne Vertrag, direkt zum Antrag.
Welche Geräte passen nach erfolgreicher Vorbereitung?
Mit einer geprüften und bereinigten Auskunft bist du für den Antrag bereit. Hier sind einige aktuelle Geräte, für die eine 0-%-Finanzierung verfügbar ist:
Wer die Finanzierung grundsätzlich mit einem Handyvertrag vergleichen möchte, findet dazu eine ehrliche Einschätzung im Ratgeber zur Handy-Finanzierung vs. Handyvertrag. Und wer sich noch nicht sicher ist, welche Laufzeit passt, liest den Ratgeber zur richtigen Laufzeitwahl bei der Handy-Finanzierung.
Häufige Fragen
Was kostet die Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO?
Die Datenauskunft nach Art. 15 DSGVO ist einmal pro Jahr kostenlos. Die kostenpflichtige BonitätsAuskunft der Schufa ist etwas anderes und für den Eigencheck nicht nötig.
Wie lange dauert es, bis ich meine Selbstauskunft bekomme?
Die Schufa hat laut DSGVO einen Monat Zeit, zu antworten. Praktisch kommt die Auskunft meist innerhalb von zwei bis vier Wochen per Post oder digital.
Was kann ich tun, wenn ein Eintrag falsch ist?
Du stellst bei der Auskunftei einen schriftlichen Widerspruch mit Belegen. Ist der Eintrag tatsächlich falsch, muss er gelöscht oder korrigiert werden. Bis zur Klärung kann die Auskunftei den Eintrag als 'bestritten' kennzeichnen.
Schadet die Selbstauskunft meiner Bonität?
Nein. Die eigene Anfrage ist eine sogenannte Konditionsanfrage und hinterlässt keinen negativen Fußabdruck in deiner Schufa-Akte.
Wie weit im Voraus sollte ich die Auskunft einholen?
Plane mindestens vier bis sechs Wochen vor dem geplanten Ratenantrag ein. So bleibt Zeit, eventuelle Fehler zu melden und auf die Korrektur zu warten.
Welche Auskunfteien gibt es neben der Schufa?
Neben der Schufa speichern auch Creditreform Boniversum, CRIF Bürgel und Infoscore Daten. Alle sind nach Art. 15 DSGVO auskunftspflichtig. Ein vollständiges Bild bekommst du, wenn du bei allen anfragst.
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Hinter RatenScout

Michael Gorbunow
Gründer und Herausgeber · Nordhessen
Michael Gorbunow ist Gründer und Herausgeber von RatenScout. Als Entwickler und Webdesigner aus Nordhessen hat er die Seite gestartet, um die 0 % Handyfinanzierung ohne Vertrag transparent und vergleichbar zu machen. Er verantwortet die redaktionellen Standards: Jeder Ratgeber wird auf sachliche Richtigkeit und gegen die geltenden Werberegeln geprüft.
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